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Juni
Sa

Künstlerinnen gehen ins Theater und sprechen darüber

Das Theater ist in der letzten Zeit immer wieder in Kritik geraten. Zurecht, denn Frauen finden dort Strukturen vor, die sie immer wieder benachteiligen. Aus einer Studie der European Theatre Convention (ETC Diversity Study: Gender Equality and Diversity in European Theatres), publiziert im März 2021, geht hervor, dass 68 Prozent der Intendant*innen Männer sind, dass die Texte der Spielpläne oft bis zu 90 Prozent von Männern stammen. Es gibt in Theatertexten mehr Männer- als Frauenrollen. Männer verdienen am Theater mehr, Frauen befinden sich vor allem in schlechter bezahlten Abteilungen (wie in der Maske oder Requisite). Grund genug, dem auf den Grund zu gehen. Das Festival bittet Künstlerinnen, es mit kritischem Blick zu begleiten. Autorinnen und andere Künstlerinnen gehen ins Theater und sprechen darüber. Sie erzählen von dem, was sie als Frauen beobachten. Sie beschreiben die Themen, die behandelt werden, sie reden über die Rollen der gezeigten Stücke, über die Geschlechterbilder, über das, was implizit in den Arbeiten und Texten verhandelt wird. Sie untersuchen aber auch die sozialen Strukturen des Festivals in Bezug auf die Genderfrage: Wie sind die Regiepositionen verteilt? Wie viele Autorinnen werden aufgeführt, wie viele Autoren? Gibt es mehr männliche als weibliche Schauspieler*innen, oder ist es gerade umgekehrt? Wer macht hier was? Über ihre Ergebnisse und Reflexionen tauschen sie sich laufend aus und teilen sie mit den Festivalbesucher*innen.

Anmeldung unter: dramatikerinnenfestival@uni-t.org